Verein bus alpin (eh. IG bus alpin)  

Interessengemeinschaft für die öV-Erschliessung touristischer Ausflugsziele im Schweizer Berggebiet

Projekttyp:  Projekt im Bereich öffentliche Infrastruktur und Rahmenbedingungen | Projekt im Bereich Service Public | Vernetzungsprojekt | Projekt zur Angebotsentwicklung | Wertschöpfungsorientiertes Infrastrukturprojekt | Vermarktungsprojekt
Themen/Branche:  Tourismus | Öff. und priv. Dienstleistungen

Projektleitung: Samuel Bernhard
Autor: Samuel Bernhard

Trägerschaft: 

Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete SAB, Verkehrs-Club der Schweiz VCS, Schweizer Alpen-Club SAC, PostAuto Schweiz AG, Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK


Unterstützung des Projektes: Schweizer Berghilfe | 

Beiträge von seco, BfE, BAV, UVEK; Beiträge von diversen Kantonen und kantonalen Lotteriefonds; Beiträge von diversen Regionen und Gemeinden;  Pro Natura; Firmensponsoren



04.09.2009
Anzahl Good Practice Stimmen: 2
Anzahl Besuche: 222
Anzahl Kommentare: 0

Kurzbeschreibung

Mit dem Pilotprojekt «Alpentäler-Bus / Bus Alpin» konnten 2006 / 2007 Busbetriebe in bis anhin schlecht erschlossenen - touristisch aber interessanten - Regionen im Schweizer Berggebiet gestartet werden. Im Rahmen der Nachfolgeorganisation «IG bus alpin» konnten in weiteren Regionen Busangebote entwickelt werden. Im Sommer 2009 rollt der «Bus Alpin» bereits in acht Regionen. Die IG wird laufend weiter ausgebaut. Sie entwickelt sich zu einem Portal für naturnahe Ausflüge in Geheimtipp-Regionen des Schweizer Berggebietes.



Hintergründe

Die bus alpin-Regionen sollen besser mit öffentlichem Verkehr erschlossen werden, weil sie landschaftlich einiges zu bieten haben und zumindest an Spitzentagen erheblich unter den Auswirkungen des privaten motorisierten Individualverkehrs leiden. Es sollen Alternativen zur Anreise mit Auto geschaffen werden.
Mit einem verbesserten öV-Angebot können diese Regionen neu autofreie Haushalte und ausländische Touristen, welche nicht automobil unterwegs sind, mit ihren touristischen Angeboten ansprechen. Die Wertschöpfung in diesen von Abwanderung geprägten Regionen kann so besser ausgeschöpft werden.

Ziele

  • Die in den vier Pilotregionen aufgebauten und optimierten öV-Systeme langfristig erhalten.
  • Eine Anlaufstelle und Informationsplattform für interessierte Kreise schaffen.
  • Fachkreise und interessierte Öffentlichkeit über die Möglichkeiten bei der Angebotsgestaltung des öffentlichen Verkehrs zu touristischen Ausflugszielen informieren.
  • Weitere Regionen für Ausbau des öffentlichen Verkehrsangebots zu touristischen Ausflugszielen als neue Mitglieder der „IG bus alpin“ gewinnen.
  • Neue Mitglieder der „IG bus alpin“ beim Ausbau des öffentlichen Verkehrs und Verknüpfung mit touristischen Angeboten kostengünstig beraten.
  • Synergien bei der gemeinsamen Vermarktung der Angebote der einzelnen Mitglieder der „IG bus alpin“ schaffen beziehungsweise ausbauen.
  • Ausweitung der Aktivitäten auf die französischsprachige Schweiz (Aufnahme Neumitglieder).
  • Das aufgebaute Wissen an weitere Fachpersonen vermitteln und ein Know-how-Pool aufbauen.

Vorgehen

Die IG bus alpin ist in der Aufbauphase 2007 bis 2009 auf insgesamt 8 Regionen ausgelegt und budgetiert (die vier Pilotregionen von 2005 bis 2007 des Projektes Alpentäler-Bus / Bus Alpin plus vier neue Regionen).

Aufbau und Betrieb der IG
Aufgrund der Erfahrungen aus der Pilotphase erkennt das Projektteam mit geringem Aufwand die erfolgversprechendsten neuen Projekte: Anhand eines Kriterienrasters werden die Profile der Interessenten-Regionen aufgenommen und ausgewertet. Der Leitende Ausschuss der IG bus alpin fällt die Entscheidung für die Aufnahme von vorerst vier neuen Mitgliedern. Die Tätigkeit der IG wird mit Informations- und Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Es wird eine Website eingerichtet, welche als Plattform für die Entwicklung von öV-Angeboten der „letzten Meile“ dient. Vorgesehen ist die Expansion in die französischsprachige Schweiz.

Dienstleistungen der IG für 8 Regionen (inkl. 4 Pilotregionen)

Eine der Hauptfaktoren für den Erfolg neuer öV-Angebote ist die Finanzierung des Betriebs. Die bestehenden regionalen und nationalen Sponsoring-Kontakte werden deswegen weiterhin für die Finanzierung der Busbetriebe bewirtschaftet, dazu neue gewonnen und den Regionen das Know-how beim Sponsoring schrittweise übertragen. Neumitglieder werden zudem bei der Entwicklung von öV-Angeboten beraten. Weitere Funktionen der IG sind die Unterstützung bei der Vermarktung - ebenfalls unter Nutzung wertvoller Kontakte aus der Pilotphase - sowie der Erfahrungsaustausch im Netzwerk.

Zeitplan

  • 2006 bis 2007: Versuchsbetriebe in vier Pilotregionen
  • 2008 bis 2009: Aufnahme vier weitere Regionen und Lancierung der öV-Angebote
  • Ab 2010: Laufend weiterer Ausbau der IG und Aufnahme weiterer Regionen - ohne Bundesunterstützung - selbsttragender Betrieb der IG. Finanzierung durch Mitgliederbeiträge.
  • 08.04.2011: Gründung des Vereins Bus alpin (bisher Interessengemeinschaft), damit Aktivitäten auf weitere Regionen ausgeweitet werden können.

Beteiligte Gruppen und Organisationen

Tourismus, Öffentliche und private Dienstleistungen

Evaluation und Ergebnisse

Bis zum Winter 2008/2009 wurden in fünf bus alpin-Regionen insgesamt 50'000 Personen transportiert. Im Jahr 2007 wurden in drei Pilotregionen Fahrgäste mit Fragebogen befragt. Mithilfe der Fragebogen wurden Rückschlüsse auf das Mobilitätsverhalten der Gäste gezogen.
Folgende umwelt- und regionalwirtschaftliche Effekte wurden daraus für den Versuchsbetrieb der Jahre 2006 und 2007 berechnet respektive abgeleitet:

  • Total transportierte Fahrgäste: 25’000
  • Total eingesparte t CO2: circa 100 Tonnen
  • Total zusätzlicher Mehrwert für die Regionen: circa 2.3 Mio. Franken

Schwierigkeiten bei der Projektentwicklung

  • Bereichsübergreifendes Projekt - anfänglich waren alle Bundesstellen zwar interessiert, aber niemand war direkt zuständig.
  • Langfristige Finanzierung für die Busangebote finden (ist eine Daueraufgabe!)
  • Interesse für Projekt bei den Medien und diversen Partnerorganisationen wach halten, wenn der Neuigkeitswert weg ist.

Finanzen

  • Für Aufbauphase IG bus alpin (2008 bis 2009): circa CHF 160'000.- inkl. nicht monetäre Eigenleistungen.
  • Ab 2010: CHF 30'000.- jährlich (mit separat finanzierter öV-Angebotsentwicklung)
  • Jährliche Kosten für Busbetriebe in acht Regionen (alle mit Sommerangeboten, drei zusätzlich mit Winterangeboten): circa CHF 350'000.-

Beurteilung der Auswirkungen

Dass mit einer Angebotsverbesserung im Tourismus Mehrwert geschaffen werden kann, ist nicht erstaunlich. Sehr erfreulich ist, dass mit den öV-Angeboten der IG bus alpin auch ein Umsteige-Effekt vom Auto auf den öV erzielt werden konnte. Dieser konnte dank einer Fahrgast-Befragung im Jahr 2007 auf ganze 30% hochgerechnet werden. Damit trägt die IG bus alpin nicht unerheblich auch zum Klimaschutz bei.

Weitere Informationen

Samuel Bernhard
Projektleitung
Quellenstrasse 27
8005 Zürich

Tel. 044 430 19 31
E-Mail: busalpin@busalpin.ch
Internet: www.busalpin.ch

Weitere Informationen zum Projekt auf berggebiete.ch.