Biosfera Val Müstair - Parc Naziunal
"armonia jaura"Projekttyp: Vernetzungsprojekt | Strategie- oder Zukunftsprojekt | Projekt zur Angebotsentwicklung | Wertschöpfungsorientiertes Infrastrukturprojekt | Forschungsprojekt Themen/Branche: Bildung | Gesundheit | Gewerbe | Landwirtschaft | Öff. und priv. Dienstleistungen | Tourismus | Wald und Holz Projektleitung: Darnuzer Urs Autor: Urs Darnuzer Region: Pro Engiadina Bassa | Corporaziun regiunala Val Müstair ARA Trägerschaft: Corporaziun regiunala Val Müstair Unterstützung des Projektes: Schweizer Berghilfe | Bundesamt für Landwirtschaft, Seco, Kanton, Region und Gemeinden, Kantonaler Lotteriefonds, Coop Patenschaft, Stiftung Landschaft Schweiz, Pro Natura, private Stiftungen 22.07.2008 Anzahl Good Practice Stimmen: 0 Anzahl Besuche: 267 Anzahl Kommentare: 0 |
Kurzbeschreibung
Unter dem Motto "armonia jaura" (jaura ist die Bezeichnung für das Val Müstair und umfasst unsere Landschaft, Natur, Kultur, Sprache, Bevölkerung, Wirtschaft usw.) setzen wir uns ein für die Erhaltung und Entwicklung der Natur- und Kulturlandschaft in der Biosphärenregion Val Müstair - Parc Naziunal. Wir achten darauf, dass die Aktivitäten des Biosphärenprojektes im Sinne der Förderung der Lebensqualität und der Gesundheit unserer Gesellschaft erfolgen.
Hintergründe
Die wirtschaftliche Situation des Tales hat sich verschlechtert und die Bevölkerung nimmt ab. Die Gemeinden verfügen heute zwar durchwegs über moderne Infrastrukturen, aber beispielsweise resultierten durch den Rückgang der Schüler und den damit verbundenen Fusionen im Schulbereich leerstehende Schulhäuser.
In einer solchen Situation sind neue Motoren gefragt und hier stand das Zusammentreffen zweier spezieller Situationen Pate für eine neue Idee. Im Rahmen der durchgeführten Gesamtmelioration war es doch gelungen, die bestehenden Schönheiten der Landschaft zu erhalten und nachhaltig zu sichern. Warum sollte dieser landschaftliche Reichtum nicht genutzt und damit gleichzeitig auch den diesbezüglich weniger Privilegierten ebenfalls zugänglich gemacht werden? Die 2. Situation steht im Zusammenhang mit dem Schweizerischen Nationalpark (SNP). Seit 28 Jahren ist der SNP ein UNESCO-Biosphärenreservat, allerdings noch nach alten Kriterien. Der Präsident des SNP, Nationalrat Andrea Hämmerle, referierte im Mai 2003 in Tschierv über die Revision des Natur- und Heimatschutzgesetzes beim Bund. Dabei erwähnte er auch die Möglichkeit einer gemeinsamen Bewerbung von SNP und VM bei der UNESCO in Paris um das Label als Biosphärenreservat (nach neuen Kriterien). Die Idee Biosfera-Region Val Müstair - Parc Naziunal war geboren.
Ziele
Es ist unser Ziel, die Region Val Müstair - Parc Naziunal durch sinnvolles Zusammenwirken der Bereiche Gesellschaft, Kultur, Natur, Ökologie und Wirtschaft als einen wertvollen und starken Lebensraum zu erhalten, in dem auch für zukünftige Generationen genügend Arbeitsplätze zur Verfügung stehen, die Bevölkerung in einem guten Umfeld wohnt und lebt und die intakte Natur sowie die landschaftliche Vielfalt erhalten bleiben.
Vorgehen
Der Weg zur Biosfera-Region Val Müstair - Parc Naziunal führt über einen regionalen Naturpark von nationaler Bedeutung „Val Müstair“. Mit der Erfüllung der zusätzlichen Anforderungen der UNESCO (Zonierung, repräsentativer Landschaftstyp, Forschung) und dem Einbezug des Schweizerischen Nationalparks (SNP), einem Biosphärenpark der 1. Generation, wird ein Biosphärenreservat geschaffen, das als Teilgebiet den regionalen Naturpark Val Müstair (NPVM) beinhaltet und der Sevilla-Strategie (Biosphärenpark der 2. Generation) entspricht.
Mit der Anerkennung des Münstertals als regionaler Naturpark schaffen wir dem SNP das gemäss den aktuellen Erfordernissen zur Aufwertung zu einem Biosphärenreservat notwendige Umfeld mit Pflege- und Entwicklungszone. Umgekehrt nutzt das Val Müstair das reiche Erfahrungspotential des SNP insbesondere in den Bereichen Lebensraumüberwachung und Forschung und erhält gleichzeitig die notwendige Kernzone.
Zeitplan
- Herbst 2003: Projektstart, Aufnahme der Aktivitäten durch Wahl der Mitglieder in die strategische und operative Projektleitung
- 23.03.05: Meinungsbildung, Abstimmung in sämtlichen Gemeinden des VM betr. Weiter-führung der Projektarbeiten für eine Biosfera VM - PN
- 11.04.05: RegioPlus-Phase, Bildung von Arbeitsgruppen bestehend aus Talbevölkerung und Interessensvertreter. Projektantrag RegioPlus
- 31.05.05: Machbarkeitsstudie, Ausarbeitung Machbarkeitsstudie gemäss revidiertem NHG-Entwurf und Ablieferung an das BAFU
- 14.11.07: Genehmigung der Charta durch die Gemeinden.
- 31.01.08: Einreichung des Projektes (Projektdossier regionaler Naturpark VM, Charta und deren Akzeptanz durch die Gemeinden) beim BAFU
- 31.01.08: Managementplan SNP. Teile des Projektdossiers werden auch die neue Kooperationsvereinbarung zwischen der CRVM und dem SNP sowie die Zusammenstellung der vorhandenen Dokumente über den SNP in Form eines Managementplanes sein.
- 31.03.08: Ausarbeitung einer neuen Kooperationsvereinbarung zwischen der CRVM und dem Schweizerischen Nationalpark (SNP)
- 16.06.08: Wahl Geschäftsstellen-Leiter/in
- 01.09.08: Aufbau Geschäftsstelle: Organisation, Geschäftsleitung, Pflichtenheft Geschäfts-stellenleiter, Koordination und Durchführung von Arbeiten gemäss Leistungsvereinbarung
- 01.01.09: Fusion der 6 Talgemeinden zur Gemeinde Val Müstair
- 30.04.09: Einreichung des gemeinsamen Projektes (CRVM und SNP) bei der UNESCO
- 31.10.09: Erlangung des Labels als regionaler Naturpark von nationaler Bedeutung und des UNESCO-Labels als Biosphärenpark und Weltnaturerbe
Evaluation und Ergebnisse
Es konnten bereits mehrere Teilprojekte (Massnahmen zur Erreichung unserer Biosfera-Ziele) in Angriff genommen werden, einige sind weit fortgeschritten und wenige bereits abgeschlossen. Der Bekanntheitsgrad unseres Projektes hat dank verschiedener Messeauftritte, Medienpräsentationen (Fernsehen, Radio, Zeitschriften und Zeitungen) einen bemerkenswerten Stand erreicht. Erfreulicherweise waren wir auch bei Wettbewerbsteilnahmen zweimal erfolgreich.
Schwierigkeiten bei der Projektentwicklung
Die langatmige Revision des Natur- und Heimatschutz-Gesetzes (NHG) durch das Eidg. Parlament hat dazu geführt, dass das BAFU die Anforderungen an ein NaturparkProjekt diverse Male umgestellt hat, was zu bedeutenden Mehraufwendungen für die operative Projektleitung führte. Gleichzeitig fehlen auch die dringend benötigten Bundesgelder für Parkprojekte.
Finanzen
In den vergangenen 4 Jahren ergaben sich jährliche Aufwendungen von durchschnittlich Fr. 300'000.-, finanziert durch Bundes-, Kantons- und Regionsbeiträge sowie durch grosszügige Zuschüsse seitens der Schweizer Berghilfe, des Lotteriefonds ZH und der Pro Natura. Aber auch die Eigenleistungen von jährlich ca. Fr. 60'000.- sind beachtenswert.
Für das Jahr 2008 und die kommenden Jahre haben wir bei Bund und Kanton einen jährlichen Beitrag von Fr. 965'000.- beantragt, wobei der Kantonsanteil Fr. 250'000.- kaum überschreiten dürfte. Für die Jahre 2008 - 2011 betragen die geschätzten jährlichen Gesamtaufwendungen ca. Fr. 2.2 Mio. Einen bedeutenden Anteil von knapp 40% der zu erwartenden Aufwendungen werden durch Direktinteressierte übernommen, rund 44% durch Bund und Kanton und ca. 8% sollten durch Einnahmen und Eigenleistungen abgedeckt sein. Für die verbleibenden 8% unserer Ausgaben sind wir auf die Unterstützung durch Sponsoren und Gönner angewiesen.
Beurteilung der Auswirkungen
Das Abstimmungsergebnis vom 23. März 2005, als mit 274 zu 24 Stimmen der Weiterführung der Projektierungsarbeiten zugestimmt wurde, das Abstimmungsergebnis vom 14. November 2007, als die Charta mit 239 zu 29 Stimmen genehmigt wurde oder die für umgerechnet Fr. 265'00.- erbrachten Eigenleistungen der Talbevölkerung belegen die ausserordentlich gute Verankerung des Biosfera-Projektes VM - PN in der Region.
Weitere Informationen
Biosfera Val Müstair - Parc Naziunal
Center da Biosfera
Chasa Cumünala
7532 Tschierv
Tel: +41 (0)81 858'58'58
Fax: +41 (0)81 858'62'62
Mail: info@biosfera.ch
Internet: www.biosfera.ch


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