Kulturwege Schweiz

Erhaltung der Kulturlandschaft durch sinnvolle Nutzung

Projekttyp:  Vernetzungsprojekt | Strategie- oder Zukunftsprojekt | Projekt zur Angebotsentwicklung
Themen/Branche:  Landwirtschaft | Wald und Holz | Tourismus | Bildung | Gewerbe | Gesundheit | Öff. und priv. Dienstleistungen

Projektleitung: Hanspeter Schneider, Geschäftsführer ViaStoria
Autor: Hanspeter Schneider

Trägerschaft: 

ViaStoria - Zentrum für Verkehrsgeschichte und regionale Trägervereine


Unterstützung des Projektes: Schweizer Berghilfe |  | ViaStoria - Zentrum für Verkehrsgeschichte | 

SECO, BAFU, ASTRA und BAK; Kantone, kantonale Lotteriefonds; projektbezogen Regionen und Gemeinden; Stiftung Landschaftsschutz Schweiz; Fonds Landschaft Schweiz; Schweizerische Stiftung Pro Patria.



14.02.2012
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Kurzbeschreibung

Reisen wie ein Säumer, ankommen wie eine Pilgerin, essen wie eine Römerin und nächtigen wie ein Bischof: Mit dem Projekt Kulturwege Schweiz werden Reiseabenteuer vergangener Epochen lebendig. Eine Wanderung auf einem Kulturweg ist eine unvergleichlich reizvolle Art, die Schweiz mit allen Sinnen neu zu entdecken – ob individuell oder mit einem Package von Kulturwege Schweiz. Das Netz von Kulturwege Schweiz besteht aus historischen Routen, die auf wissenschaftlichen Grundlagen wie dem Inventar historischer Verkehrswege der Schweiz (IVS) basieren. Die sachgerechte Instandstellung und die touristische Nutzung von historischen Wegen leisten einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Kulturlandschaft.



Hintergründe

Ausgangspunkt des Projektes Kulturwege Schweiz bildet das Inventar historischer Verkehrswege der Schweiz IVS (Basisinvestition Bund und Kantone: ca. 50 Mio. Franken). Mit dem IVS verfügt die Schweiz über ein weltweit einmaliges Raumplanungsinstrument. Mit Kulturwege Schweiz entsteht erstmals ein Projekt direkt auf den Grundlagen eines Bundesinventars nach Artikel 5 des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz NHG. Bei der Planung der Routen von Kulturwege Schweiz werden in erster Linie jene Wege berücksichtigt, die Bestandteil des IVS sind.

Ziele

Das Projekt Kulturwege Schweiz eröffnet einzigartige Möglichkeiten zur Erhaltung der Natur- und Kulturlandschaft, aber auch zur Sensibilisierung einer breiten Öffentlichkeit für die nachhaltige Landschaftsentwicklung sowie zur Vernetzung von Angeboten aus den Bereichen Tourismus, Landwirtschaft, Bildung und Langsamverkehr. Die Kulturlandschaft wird somit zu einem zentralen Thema der Regionalentwicklung.

Vorgehen

Mit den zwölf ersten Routen wurde die nationale Struktur des Projektes Kulturwege Schweiz 2010 abgeschlossen. Jede der Routen erzählt einen Teil der Kultur- und Verkehrsgeschichte der Schweiz. In den nächsten Jahren werden auf regionaler und lokaler Ebene 300 weitere Routen festgelegt und je nach Eignung in die vier Programme Natur- und Kulturlandschaft, Tourismus, Landwirtschaft und regionale Produkte aufgenommen. Kulturwege Schweiz ist ein Kooperationsprojekt von Bundesstellen, Kantonen und Regionen mit zwei unterschiedlichen Ansätzen: Die Planung des Routennetzes erfolgt nach einem Top-down-Ansatz gemeinsam mit dem Bund und den Kantonen. Die Realisierung der einzelnen Projekte erfolgt in der Regel über regionale/lokale Trägerschaften.

Zeitplan

  • Bis 2011: Aufbau der zwölf ersten Routen
  • Bis 2012: Festlegung von 300 weiteren Routen
  • Ab 2011: Realisierung von Einzelprojekten in den vier Programmen Natur- und Kulturlandschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Didaktik

Evaluation und Ergebnisse

  • Routennetz mit insgesamt über 300 Routen
  • Aufbau des Qualitätslabels Kulturwege Schweiz
  • Einheitliche Kommunikations- und Marketinginstrumente für alle Projektträger
  • Baukasten für das Projektmanagement
  • Instandstellungskonzepte für historische Verkehrswege
  • Buchbare Angebote auf Kulturwegen
  • Didaktikunterlagen
  • Vernetzung von Angeboten in ländlichen Raum

Schwierigkeiten bei der Projektentwicklung

Die Schlüsselproblematik liegt bei der Finanzierung: ViaStoria erarbeitet als nicht touristische Fachorganisation ein touristisches Projekt, dessen Wertschöpfung zu 95% in den Regionen anfällt. Das Projekt Kulturwege Schweiz basiert auf einem nationalen Ansatz, aus dem jeder regionale Projektträger einen direkten Nutzen zieht. ViaStoria ist beim Aufbau der Dachstruktur auf die Unterstützung durch die öffentliche Hand und durch Förderinstitutionen wie die Schweizer Berghilfe angewiesen. Die Schwierigkeit besteht darin, dass die Förderinstrumente von Bund, Kantonen und Institutionen in der Regel auf Einzelprojekte ausgerichtet sind und weniger auf die Realisierung von nationalen Projekten. Eine ähnliche Problematik besteht beim Tourismusmarketing, das nach dem Branchenverständnis durch den Projektträger zu finanzieren ist. Erfreulicherweise hat in diesem Punkt Schweiz Tourismus eine systematische Unterstützung zugesichert.

Finanzen

Bis zum Abschluss des Basisprojektes (die zwölf ersten Routen) Mitte 2011 betrugen die Investitionen rund 7 Mio. Franken. In diesem Betrag nicht enthalten sind die bereits vorliegenden Grundlagen (IVS) sowie die Investitionen für bereits bestehende Einzelprojekte. Das nationale Basisprojekt konnte nur realisiert werden durch eine grosszügige Unterstützung durch Förderinstitutionen wie die Schweizer Berghilfe sowie durch eine teilweise Vorfinanzierung durch ViaStoria und die Universität Bern.

Beurteilung der Auswirkungen

Der durch buchbare Angebote auf neun Routen von Kulturwege Schweiz generierte Umsatz belief sich 2010 auf 1,5 Mio. Franken. Im Wandertourismus wird jedoch damit gerechnet, dass sich maximal 5 bis 10 Prozent der Gäste für ein buchbares Pauschalarrangement entscheiden, während 90 bis 95 Prozent der Nutzung eines Angebots auf den Individualtourismus fallen. Damit kann von einem Umsatz in der Höhe von 15 Mio. Franken im Jahr 2010 ausgegangen werden.

Weitere Informationen

ViaStoria - Zentrum für Verkehrsgeschichte
Kulturwege Schweiz
Kapellenstrasse 5
3011 Bern


Tel.: +41 (0)31 300 70 60
Mail: info@kulturwege-schweiz.ch
Internet: www.kulturwege-schweiz.ch | www.viastoria.ch