Wasserbüffel in den Schweizer Bergen / Production bio de lait de bufflonne / Produzione di latte di bufala bio 
Themen/Branche: Landwirtschaft | Tourismus Projektleitung: Meta Denoth Autor: Meta Denoth Region: Pro Engiadina Bassa 19.08.2011 Anzahl Good Practice Stimmen: 1 Anzahl Besuche: 298 Anzahl Kommentare: 0 |
Kurzbeschreibung
Zur Produktion von Bio-Büffelmilch wurde der Biobetrieb von Cla Denoth in Ftan von Milchkühen auf Wasserbüffel umgestellt. Die Produkte werden regional verarbeitet und angeboten: Die Spezialitäten-Käserei Tschlin Che Chaschöl von Peter und Chatrina Mayr verarbeitet die Milch zu Mozzarella. Die regionalen Hotels Bellavista Ftan und Hotel Paradies in Ftan bieten die Büffelmilch und den Büffelmozzarella, die sich einer grossen Beliebtheit erfreuen, an. Die Nachfrage nach Büffelmozzarella in der Region kann noch nicht gedeckt werden und das Projekt hat Potenzial zur Erweiterung.
Wasserbüffel sind liebenswürdige und eindrückliche Tiere, die bei uns selten zu sehen sind. Der Betrieb von Cla Denoth liegt mitten im Dorf. Besonders, wenn die Büffel gerade im Schlamm baden, werden sie von den Touristen gerne beobachtet.
Résumé
À l’origine, la famille de paysans de montagne Denoth, désireuse de produire une mozzarella de bufflonne bio de bonne qualité pour sa propre consommation, a acheté deux bufflonnes en 2006. Elle ne tarda pas à reconnaître le potentiel économique de cette activité et constitua progressivement un troupeau de buffles d’Asie, qui compte aujourd’hui 17 têtes. Etant donné leur frugalité, les buffles d’Asie s’intègrent bien en région de montagne. En 2008, la fromagerie de spécialités «Che Chaschöl», à Tschlin, s’est lancée dans la production de mozzarella de bufflonne à partir du lait de la ferme des Denoth, qui trait aujourd’hui jusqu’à 10 000 litres de lait par an. La mozzarella de bufflonne est très prisée des restaurants de la région. La demande dépasse l’offre et la production de lait de bufflonne bio présente un fort potentiel de développement. De plus, les imposants et sympathiques «buffles da Ftan» de la ferme de la famille Denoth au centre du village sont devenus une attraction touristique.
Riassunto
Candidato al Prix Montagne 2011: produzione di latte di bufala bio, Ftan / GR
Originariamente la famiglia di contadini Denoth aveva deciso di produrre mozzarella di bufala biologica di qualità per il proprio consumo e nel 2006 ha acquistato due bufale. Avendone però rapidamente riconosciuto il potenziale economico, ha gradualmente ampliato il suo alle-vamento che oggi conta 17 bestie. La frugalità dei bufali rende questi animali molto adatti all’impiego nelle regioni alpine. Nel 2008 il caseificio specializzato “Che Chaschöl” a Tschlin ha iniziato a produrre mozzarelle di bufala con il latte della fattoria Denoth, dove oggi si mungono fino a 10'000 litri all'anno. Questo tipo di formaggio incontra grandi favori nei ristoranti della regione, tanto che la richiesta supera l’offerta. Produrre latte bio di bufala è quindi un’attività ricca di potenziale. Inoltre i possenti e simpatici “büffels da Ftan” della fattoria Denoth, in centro al paese, sono diventati un’attrazione turistica.
Hintergründe
Das Projekt begann aus privater Motivation: Die Familie Denoth wollte qualitativ guten Bio-Büffelmozzarella für sich selbst produzieren und kaufte daher zwei Büffelkühe. Darauf wurde bald das wirtschaftliche Potenzial erkannt.
Ziele
Mit der Spezialisierung auf Büffelmilch und Büffelmozarella soll ein Beitrag zur Erhaltung der traditionellen regionalen MIlchwirtschaft, welche durch den Zerfall des Milchpreises bedroht ist, geleistet werden. Im Bereich Bio-Bergkäse ist das Angebot bereits riesig und die Konkurrenz gross. Büffelmich und Büffelmozzarella stellen eine wirtschaftliche Alternative dar und bieten Unabhängigkeit durch die Realisierung der vollständigen Wertschöpfungskette in der Region.
Vorgehen
- 2006: Beschaffung zwei trächtiger Büffelkühe
- 2007: Der Schweizerische Büffelhalterverein mit seinen ca. 50 Mitgliedern unterstützt Betrieb mit Know-how zur Haltung und dem Melken der Büffel
- 2008: Käserei Che Chaschöl in Tschlin beginnt mit der Produktion von Büffelmozzarella
- 2009: Pizzeria im Hotel Bellavista in Ftan bietet eine Büffelmozzarella-Pizza mit Mozzarella von den "Buffels da Ftan" an. Die Pizza verkauft sich sehr gut.
- 2010: Dast Hotel Paradies in Ftan bietet Gästen u.a. Büffelmilch zum Frühstück an. Weitere Betriebe interessieren sich für die Büffel-Produkte, müssen aber vertröstet werden, weil die Produktionsmenge noch zu klein ist. Die Herde ist mittlerweile auf 19 Tiere angewachsen und befindet sich noch im Aufbau.
Weitere Schritte
- Suche nach weiteren Landwirtschaftsbetrieben in der Region zur Produktion von Büffelmilch
- Weitergabe des Know-how zur Büffelhaltung in der Region
- Anschaffung einer Maschine zum Formen der Mozzarella-Kugeln
- Erweiterung der Vertriebskanäle, sobald dies die Produktionsmenge zulässt
Evaluation und Ergebnisse
Gemäss einem Teilbudget, welches vom Schweizerischen Bauernverband für den Betrieb errechnet wurde, schneidet die Haltung von Wasserbüffeln wirtschaftlich besser ab als die Haltung der normalen Milchkühe. Der Umsatz entwickelte sich im Verhältnis zur Milchproduktionsmenge, die sich erst durch die Vergrösserung der Herde ergab.
Finanzen
Die Finanzierung erfolgte aus eigenen Mitteln. Die Käserei Che Chaschöl verfügte bereits über die nötigen Infrastrukturen zur Verarbeitung, musste sich aber das Know-how zur Herstellung des Büffelmozzarellas aneignen.
Beurteilung der Auswirkungen
Wichtigste Erfolgsfaktoren des Projekts waren, dass dei Spezialität Büffelmozzarella jedem ein Begriff ist und nicht noch erst bekannt gemacht werden muss. Konsumenten schätzen es ausserdem, Produkte aus der Region zu geniessen und misstrauen ausländischen Produkten eher. Insbesondere im regionalen Sommertourismus wird viel Mozzarella konsumiert. Ganz nebenbei sind die imposanten und sympathischen Wasserbüffel eine touristische Attraktion.
Auf der Produktionsseite schlägt sich positiv nieder, dass sich Wasserbüffel sehr gut zusammen mit anderen Herdentieren halten lassen und durch ihre Genügsamkeit eignen sie sich für das Berggebiet.


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