energieregionGOMS 
Auf dem Weg zur ersten Energieregion der Schweizer AlpenProjekttyp: Vernetzungsprojekt | Strategie- oder Zukunftsprojekt | Wertschöpfungsorientiertes Infrastrukturprojekt Themen/Branche: Landwirtschaft | Wald und Holz | Tourismus | Gewerbe | Bildung | Energie Projektleitung: Dionys Hallenbarter, Roger Walther Autor: Dionys Hallenbarter Region: RW Oberwallis AG Trägerschaft: Unterstützung des Projektes: Schweizer Berghilfe | Bundesamt für Raumentwicklung, Kanton Wallis, kantonaler Lotteriefonds, Gemeinden Region Goms, Coop Naturaplan Fonds, Energie Schweiz 06.10.2010 Anzahl Good Practice Stimmen: 1 Anzahl Besuche: 825 Anzahl Kommentare: 0 |
Kurzbeschreibung
Die lokale Trägerschaft "unternehmenGOMS" hat die Vision, die Region Goms als erste Energieregion der Alpen zu positionieren. Eine nachhaltige, dezentrale und lokale Energiegewinnung wird gefördert, so dass Produktion, Umwandlung und Konsum in der Region Goms unter Minimierung der Transporte erfolgen kann. Um dieses Ziel zu erreichen, will unternehmenGOMS zusammen mit initiativen Leuten aus der Region "Leuchtturmprojekte" im Bereich Erneuerbare Energien und Energieeffizienz planen und umzusetzen. Zudem soll die Bevölkerung motiviert, sensibilisiert und für die Vision gewonnen werden.
Hintergründe
Steigende Ölpreise, Versorgungsengpässe und die Abhängigkeit der Schweiz in der Energieversorgung fördern die Nachfrage nach erneuerbaren, lokal produzierten und einheimischen Energieträgern. Abhängig von Ort und Szenario sollen die Temperaturen bis im Jahr 2100 zwischen 1.8 und 4 Grad ansteigen, wie der 2007 publizierte IPPC - Bericht des Uno-Klimaforschungsrates aufzeigt. Gefragt sind daher Klimaschutzbestrebungen zur Senkung der CO2 – Emissionen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist der Anteil der erneuerbaren Energien in der Schweiz zu erhöhen. Die aktuelle Schweizer Politik sieht vor, dass bis ins Jahr 2030 zur Deckung des Elektrizitätsbedarfs zusätzlich 5'400 GWh aus erneuerbaren Energien gewonnen werden sollen. Marktreife Technologien zur Produktion von Wärme, Strom und Treibstoffen aus erneuerbare Energien bestehen.
Ein grosses Zukunftspotenzial zur Nutzung von erneuerbaren Energien liegt im ländlichen Raum. Hohe ungenutzte Potenziale zur energetischen Nutzung liegen im Bereich landwirtschaftliche Biomasse und Holz. Je nach Region sind für die künftige Entwicklung und Ausschöpfung der Potenziale die Wasserkraft, die Solarenergie und die Erdwärme von Bedeutung.
Ziele
Mit der Vision "Goms als erste Energieregion der Schweizer Alpen" werden folgende Ziele verfolgt:
- Erneuerbaren Energien und die Energieeffizienz im Goms fördern
- Arbeitsplätze in der Region schaffen
- neue Einkommensquellen für die Bevölkerung erschliessen
- das positive Image für den Tourismusstandort Goms fördern.
Vorgehen
Um dieses Ziel bis im Jahr 2030 zu erreichen, wollen die Initianten einerseits "Leuchtturmprojekte" ausarbeiten, die auf lokalem Wissen und Erfahrung der einheimischen Bevölkerung beruhen. Andererseits sollen mit dem Projekt "Gleichstrom" alle Akteure motiviert und für die Vision gewonnen werden.
Im Vordergrund steht die energetische Nutzung von Wasser, Biomasse, Sonne und Erdwärme. In einer ersten Phase werden Leuchtturmprojekte zur energetischen Nutzung von erneuerbaren Energien geplant und realisiert. Sie sollen über die gesamte Region Goms angelegt sein und alle wichtigen Akteure in den Prozess einbeziehen. Sie sind von zentraler Bedeutung, um die Vision für die Akteure greifbar und sichtbar zu machen. Die Leuchtturmprojekte vermitteln der lokalen Bevölkerung klare Vorstellungen für die zukünftige Entwicklung im Goms. So können sich die Menschen vor Ort mit den Projekten identifizieren. Erste Leuchtturmprojekte sind bereits in den Bereichen (Sonnenenergie, Biomasse und Mobilität) umgesetzt worden.
Weiter sollen alle internen und externen Akteure vereint werden, um das Ziel "energieregionGOMS" zur regionalen Vision zu erheben. Einerseits sollen wichtige und einflussreiche Persönlichkeiten, Multiplikatoren und Promotoren für das Projekt gewonnen werden. Zum Anderen geht es darum, das Ziel einer nachhaltigen Energieversorgung in die Breite zu tragen und die Bevölkerung im Goms für die Vision zu gewinnen. Dazu werde folgende Teilziele verfolgt:
- Vertrauen: Durch eine systematische Vernetzungsarbeit werden alle internen und extenen Akteure mit der Vision der „energieregionGOMS“ vertraut.
- Mehrheitsfähigkeit: Alle wichtigen Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft unterstützen das Projekt. Die Vision energieregionGOMS ist mehrheitsfähig und wird von der Basis mitgetragen.
- Vorzeigemodell: Die Region Goms wird zu einem Vorzeigemodell für einen neuen Ansatz der Regionalentwicklung in den Alpen. Erste Erkenntnisse und Erfahrungen liegen vor.
- Erfahrungsgewinn: Durch den regelmässigen Erfahrungsaustauch zwischen den Akteuren wird im Sinne einer "Lernenden Region" regionales Know-how aufgebaut und gepflegt. Dabei wird längerfristig eine Zusammenarbeit und Vernetzung mit anderen Energieregionen im gesamten Alpenraum angestrebt.
Zeitplan
Die Vision "energieregionGOMS" soll bis im Jahre 2030 erreicht sein.
2008 (Modul 1): Aufbau eines regionalen Energiekonzeptes
Im Energiekonzept wird die Strategie festgelegt, wie lokal verankerte Projekte sinnvoll und nachhaltig realisiert werden können.
2008 - 2010 (Modul 2): Stärkung regionaler Strukturen
Bei einer verstärkten Nutzung von Erneuerbaren Energien geht es darum, einen regionalen Strukturwandel im Goms einzuleiten. In Kooperationen sollen die vielfältigen regionalen Chancen und Vorteile erschlossen und Blockaden überwunden werden.
2008 - 2010 (Modul 3): Sensibilisierung der wichtigsten Entscheidungsträger und der lokalen Bevölkerung im Goms
Eine besondere Rolle für die Erreichung der Vision energieregionGOMS kommt der Kommunikation und Motivation der lokalen Bevölkerung zu. Für die verschiedenen Zielgruppen werden bedürfnisorientierte Angebote erarbeitet. Ein Konzept für Kommunikation und Medienarbeit ist daher von zentraler Bedeutung.
Beteiligte Gruppen und Organisationen
Landwirtschaft, Wald und Holz, Bildung, Tourismus, Gewerbe
Evaluation und Ergebnisse
- Ein regionales Energiekonzept wurde erarbeitet und beinhaltet eine energetische Bestandesaufnahme und ein praxisorientiertes Konzept zur energetischen Nutzung von Biomasse, Wasser, Solarenergie und Erdwärme.
- Die wichtigsten Entscheidungsträger sind involviert und motiviert, erkennen die Synergien in der Zusammenarbeit und arbeiten gemeinsam für eine unabhängige, dezentrale Energieversorgung.
- Die Gommer Bevölkerung kennt die Potenziale und Möglichkeiten der energetischen Nutzung von erneuerbarer Energie und identifiziert sich mit der energieregionGOMS.
- Massnahmen und Projekte zur effizienten Förderung der erneuerbaren Energien sind identifiziert und werden von den Beteiligten getragen und unterstützt.
- Die Ergebnisse, Strukturen und Prozesse des Projektes sind evaluiert. Die Erfahrungen sind im Hinblick auf die Weiterführung im Rahmen der Energieregion ausgewertet.
Finanzen
Beiträge vom Bundesamt für Landwirtschaft, vom seco sowie weitere Bundesbeiträge; Beiträge vom Kanton Wallis und der Region Goms; Beiträge vom Coop Naturplan Fonds und Energie Schweiz.
Beurteilung der Auswirkungen
Das Projekt ist im Goms und in der Schweiz auf ein grosses Medienecho gestossen. Innert kurzer Zeit konnten Bund (ARE, BLW, BFE), Kanton Wallis (Dienststelle für Energie und Wasserkraft) und alle 15 Gemeinden der Region Goms für eine aktive Mitarbeit gewonnen werden.
Weitere Informationen
Kolumne
Energieregion – es braucht viel Energie von der Idee bis zur Umsetzung
Kontakt
Dionys Hallenbarter
3985 Münster-Geschinen
Tel. +41 (0)58 319 27 08
Tel. +41 (0)79 434 34 79
http://www.energieregiongoms.ch/


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