Rahmenbedingungen für den Agrotourismus in der Schweiz
In Diskussionen zum Agrotourismus in der Schweiz wird immer wieder auf die im Vergleich zu den umliegenden Ländern ungünstigen Rahmenbedingungen hingewiesen. Im Vordergrund steht die in der Vergangenheit einschränkende Wirkung des Raumplanungsrechtes, aber auch die fehlende Anerkennung des Agrotourismus als landwirtschaftlicher Betriebszweig. Betriebe in Bayern oder in Österreich haben in der Vergangenheit neben dem grösseren raumplanerischen Spielraum auch von der finanziellen Unterstützung im Rahmen der Investitionsförderung sowie von staatlichen Massnahmen im Bereich Bildung, Qualifizierung und Beratung profitiert. Darüber hinaus hat Österreich in den neunziger Jahren die Schaffung der Vermarktungsstrukturen finanziell stark unterstützt und führt diese Unterstützung auch heute noch weiter.
Die Rahmenbedingungen für den Ausbau des Agrotourismus haben sich in der Schweiz in den letzten Jahren deutlich verändert. Im Vordergrund stehen drei Politikbereiche:
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Nach der im Jahr 2006 vom Parlament verabschiedeten Teilrevision des Raumplanungsgesetzes besteht für Landwirtschaftsbetriebe die Möglichkeit, ihr Einkommen durch Nebenerwerbstätigkeiten im Agrotourismus aufzubessern. Im Gegensatz zur früheren Regelung müssen die Betriebe keinen Nachweis mehr erbringen, dass der Betrieb nur mit diesem Zusatzeinkommen weiter bestehen kann. Zudem ist es neu möglich, kleinere Bauten zu erstellen und Personal anzustellen. Bedingung bleibt jedoch, dass der überwiegende Anteil der Arbeit von der Betriebsleiterfamilie geleistet wird. Ausschlaggebend für konkrete Projekte von Landwirtschaftsbetrieben ist aber nicht die eidgenössische Gesetzgebung, sondern vielmehr die Umsetzung der Raumplanung durch die Kantone.
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Die Regionalpolitik wandelt sich von der strukturerhaltenden (einzelbetrieblichen) Sektorförderung hin zu einer Stärkung von Innovation, Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit in den Regionen. Einer der thematischen Förderschwerpunkte für den Zeitraum 2008 bis 2015 ist die Erhöhung der Wertschöpfung der Agrarwirtschaft in geöffneten Märkten, wobei agrarisch geprägte ländliche Räume im Vordergrund stehen. Die Regionalpolitik unterstützt die Agrarpolitik in der Neuausrichtung der Landwirtschaft, indem in Räumen mit wenig wirtschaftlichen Alternativen die bestehenden Produktnischen frühzeitig erkannt und besetzt werden sollen. Der Fokus liegt auf Aktivitäten, um die Exportfähigkeit der entsprechenden Gebiete zu verbessern, sei es über die Produktentwicklung (z.B. Schaffung von Markenprodukten für die überregionale Vermarktung, Produktkombinationen mit Anbietern ausserhalb der Landwirtschaft wie dem Tourismus, Innovationen, Vernetzung mit der Nahrungsmittelproduktion) oder die Marktentwicklung.
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Die Agrarpolitik wendet sich ergänzend zu ihrer bisherigen Ausrichtung auf die Landwirtschaft zunehmend dem ländlichen Raum zu, indem seit dem 1. Januar 2007 auch Projekte zur regionalen Entwicklung und zur Förderung von einheimischen und regionalen Produkten unterstützt werden. Ziel ist die Schaffung von Wertschöpfung in der Landwirtschaft. Dabei sollen Chancen in der Inwertsetzung natürlicher Ressourcen und in der Zusammenarbeit zwischen der Landwirtschaft und regionalen, landwirtschaftsnahen Branchen wie Gewerbe, Tourismus, Holz- und Forstwirtschaft genutzt werden. Bedingungen für eine Unterstützung sind nach wie vor eine vorwiegende Beteiligung der Landwirtschaft an diesen Projekten, die Bindung der Projekte an landwirtschaftliche Potenziale und die Vernetzung der Massnahmen in einem Gesamtkonzept.
Eine Übersicht zu den Unterstützungsmöglichkeiten für Projekte generell und für Projekte im Agrotourismus findet sich im Fachbeitrag „Unterstützungsmöglichkeiten für Projekte“.
Links
Plattform Agrotourismus Schweiz
Urlaub auf dem Bauernhof im Südtirol
Ferien auf dem Bauernhof
Urlaub am Bauernhof in Österreich
schlaf im Stroh!
Urlaub auf dem Bauernhof in Bayern
tourisme-rural.ch
Dossier Agrotourismus Schweizer Bauer
Dokumente
Leitfaden Agrotourismus in Graubünden
Agrotourismus in der Schweiz (Diplomarbeit SHL)
Alp- und agrotouristische Wertschöpfungspotenziale
Agrotourimus in der Schweiz (Studie der SAB)
Studie "Marktanalyse Urlaub auf dem Bauernhof"
Artikel Zeitschrift Montagna "Nebenverdienst Agrotourismus"
Erfolgsfaktoren Urlaub auf dem Bauernhof
Studie "Urlaub am Bauernhof aus der Sicht von Gästen und Anbietern" in Österreich
Preiswert mit "Bed and Breakfast" (UFA Revue)
Artikel "Landwirtschaft und Tourismus in Österreich"
Bergbauern und Tourismus (SANU Diplomarbeit)
Agrotourismus unter der Lupe (UFA Revue)
Agrotourismus in den Voralpen (UFA Revue)
Grundlagenbericht Agrotourismus im Wallis
Artikel und Interview im Bündner Bauer mit Ernst Flütsch zum Thema Landwirtschaft und Tourismus
Tagungsbericht "Fremde auf dem Bauernhof" (Auszug)
Studie "Urlaub am Bauernhof / Urlaub auf dem Lande" in Deutschland
Leitfaden "Alp- und agrotouristische Wertschöpfungspotenziale. Wettbewerbsfaktoren, Erfolgsfaktoren und Herausforderungen"
Artikel und Interview im Bündner Bauer mit Regierungsrat Trachsel zum Thema Landwirtschaft und Öffentlichkeit

Bedeutung des Agrotourismus
Rahmenbedingungen Agrotourismus
Netzwerkplattform der