Graubünden: Milchproduktion mit Kleinvieh

Könnte die Milchproduktion mit Kleinvieh ein weiteres Standbein der Bündner Landwirtschaft sein? Mit dieser Frage beschäftigt sich die breit zusammengesetzte Arbeitsgruppe Kleinvieh auf Initiative von Bio Grischun seit rund einem Jahr. An der gut besuchten Infoveranstaltung am 17. Januar 2012 am LBBZ Plantahof hat die Arbeitsgruppe die geplanten Aktivitäten und Ziele vorgestellt. Als langfristiges Ziel für Graubünden hat die Arbeitsgruppe definiert, dass je 50 Milchschaf- und 50 Milchziegenbetriebe mit je mind. 100 Tieren und rund 5 Mio. kg Milch produzieren. Diese soll von 4 bis 5 Käsereien verarbeitet werden, die eine Kapazität von midn. einer Million kg haben. Der Arbeitsverdienst für die Milchproduzenten soll 20 % höher sein als bei der Produktion von Kuhmilch. Jasmin Said Bucher, Geschäftsführerin alpinavera, zeigte auf, dass der Konsum von Schafmilchprodukten in der Schweiz seit 2000 von 80 auf 250 Tonnen angestiegen ist. Der Konsum von Ziegenmilchprodukten hat sich in der gleichen Zeitspanne verdoppelt, 2011 wuden 800 Tonnen verzehrt. Die Nachfrage nach neuen innovativen Nischenprodukten ist von Seiten Handel hoch. Die Teilnehmer der Arbeitsgruppe machten darauf aufmerksam, dass der Absatz von Gitzi und Lammfleisch sehr schwierig ist, und auch für Schlachttiere aus der Milchproduktion keine Nachfrage besteht. Bei einem Ausbau der Kleinviehhaltung müsste auch im Fleischbereich nach Lösungen gesucht werden. Marisa Furger, Projektverantwortliche am LBBZ, informierte, dass der Plantahof als Kompetenzzentrum einen Zuchtbestand an Milchschafen und Milchziegen mit je 40 Tieren aufbauen will. Diese Herden bieten die Möglichkeit zur Forschung und Lehre und so kann eine professionelle Kleinviehhaltung in Graubünden gefördert und unterstützt werden. Der Projektstart ist auf Frühling 2013 geplant.

Den vollständigen Artikel finden Sie im Bündner Bauer Nr. 4 vom 27. Januar 2012. Weitere News zum Thema finden Sie hier.

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