Die neue Pärkepolitik des Bundes trägt trotz geringer Finanzmittel Früchte

Anfang 2012 waren neben dem Schweizer Nationalpark bereits 11 Pärke von nationaler Bedeutung anerkannt und 6 weitere in Errichtung – die meisten davon im Berggebiet, wo die Landschaft als touristisches Kapital gesehen wird. Die Gesamtfläche beträgt rund 6‘000 km² oder knapp 15% des Landes. Ab 2012 hat der Bund hierfür Finanzmittel von jährlich 10 Mio. Fr. vorgesehen. Angesichts der enormen Flächen, um die es dabei geht, und angesichts der Tatsache, dass der Betrieb eines Parks effektive Trägerstrukturen voraussetzt, ist dies ein bescheidener Betrag: Für die Landschaftspflege auf einem Achtel des Schweizer Territoriums werden jährlich so viel Bundesmittel verwendet wie für den Bau von einem Kilometer Autobahn! Das Jahresbudget des Bundes für eineinhalb Dutzend Pärke von nationaler Bedeutung entspricht etwa dem Etat des deutschen Nationalparks Berchtesgaden. Trotz dieser Einschränkungen kann die neue Pärkepolitik des Bundes als Erfolg betrachtet werden. Sie wirkt als Katalysator für regionale Initiativen und bietet ein neues Instrumentarium zur Verknüpfung von Landschaftsschutz und Regionalentwicklung – zur Förderung touristischer Dienstleistungen und regionaler Wertschöpfungsketten in den meist strukturschwachen Berggebieten. Vor allem aber sorgt sie durch die Institutionalisierung des Parkmanagements und durch ein wirkungsvolles Label dafür, dass das öffentliche Gut Landschaft effektiver gepflegt, entwickelt und bewirtschaftet wird. Die Herausforderung der nächsten Jahre besteht darin, die geplanten Parkprojekte auch tatsächlich umzusetzen und das Parkmanagement zu professionalisieren. Wenn dies gelingen soll, erscheint eine Aufstockung der Finanzmittel dringend geboten.

Lesen Sie den vollständigen Artikel der Avenir Suisse vom 25. Januar 2012. Weitere Informationen zum Thema finden Sie im Fachbeitrag Naturpärke oder in der Kolumne von Stefan Forster "Neue Naturpärke und Tourismus: Top oder Flop?" auf dieser Seite.

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