Langsame Schritte zum Urwald
Seit 50 Jahren untersuchen Wissenschafter die natürliche Entwicklung in Waldreservaten. Die Erkenntnisse dienen Bund und Kantonen dazu, ihre Reservatspolitik zu überprüfen. Wissenschafter haben nun die bisherigen Daten erstmals umfassend ausgewertet. Gemäss diesen ist der Wald in den Reservaten seit den ersten Aufnahmen vor etwa 50 Jahren tatsächlich naturnäher geworden. «Ein klarer Hinweis dafür sind die Totholzmengen, die wesentlich höher sind als der Schweizer Durchschnitt», sagt Peter Brang von der WSL. Besonders deutlich kommt dies etwa im Josenwald zum Ausdruck. Nachdem in diesem noch um 1940 kaum ein dürrer Baum liegengeblieben war, stieg die Menge des am Boden liegenden Totholzes auf Werte, die man auch in vergleichbaren Urwäldern der Westkarpaten findet. Die grossen Mengen an abgestorbenem Holz bieten für viele Insekten und Pilze einen wertvollen Lebensraum. So wurde etwa im Josenwald der streng geschützte Alpenbock nachgewiesen.
Quelle: NZZ online, 14 November 2011


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