Lebensmittel marktgerecht positionieren

Die Bündner Ernährungswirtschaft steht in den nächsten Jahren vor grossen Herausforderungen. Um darauf vorbereitet zu sein, hat der Kanton eine Studie in Auftrag gegeben, die Handlungsstrategien aufzeigen soll. Milch und Fleisch sind die wichtigsten Standbeine der Bündner Ernährungswirtschaft. Die Struktur der Wertschöpfungskette ist bislang jedoch nicht optimiert. Eine weitere Herausforderung stellen die voraussehbaren politischen Veränderungen dar. Angesichts dieser Spannungsfelder hat der Kanton Ende 2008 das Projekt «Fleisch – Milch – Käse Graubünden» gestartet, mit dem im Lebensmittelbereich zukunftsweisende Lösungen entwickelt werden sollen. Dies mit dem Ziel, Produkte möglichst marktgerecht und erfolgsversprechend zu positionieren. Inzwischen konnte die Phase 1 «Evaluation der Marktpotenziale in der Ernährungswirtschaft in Graubünden» der Studie abgeschlossen werden. Die wichtigsten Fakten daraus wurden gestern am Plantahof in Landquart vorgestellt.

Die Bündner Ernährungswirtschaft hat 2008 in den Bereichen Fleisch, Milch und Käse eine Wertschöpfung von 148 bis 211 Millionen Franken generiert. Dies entspricht 1,8 Prozent des Bündner Bruttoinlandprodukts (BIP). «Aufgrund der zu erwartenden Veränderungen der politischen Rahmenbedingungen muss aber mit diversen Einbussen gerechnet werden», sagte Jürg Kuster von der BHP Hanser und Partner AG. Die Firma war mit der Studie beauftragt worden. Laut Studie muss damit gerechnet werden, dass die jährliche Wertschöpfung der Bündner Ernährungswirtschaft bis 2020 um etwa 15 Prozent (25 Millionen Franken) sinken wird –– sofern nichts unternommen wird. Demgegenüber habe eine Analyse der Wertschöpfungspotenziale der Ernährungswirtschaft gezeigt, dass die Wertschöpfung bei konsequenter Ausschöpfung bestehender Potenziale bis 2020 um über 50 Millionen Franken jährlich gesteigert werden könnte. Um eine Steigerung zu erreichen, seien drei strategische Stossrichtungen zu verfolgen: Einerseits soll die produzierte und verkaufte Menge bei gleichen Preisen durch die Erschliessung neuer Märkte mit neuen oder bestehenden Produkten ausgedehnt werden. Andererseits müssten die Konsumentenpreise erhöht und schliesslich auch die Wertschöpfung nach Graubünden geholt werden. Quelle: suedostschweiz.ch, 11.03.2010

Hören Sie dazu auch den Beitrag von Radio DRS 1 im Regionaljournal Graubünden vom 10. März 2010.

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