Der Ferienkanton Wallis ringt um seine touristische Zukunft
Der Tourismus ist der wichtigste Walliser Wirtschaftszweig. Einer von vier Franken wird in dieser Branche verdient. Vom Fremdenverkehr hängen direkt oder indirekt 30'000 der 110'000 Arbeitsplätze im Kanton ab. Bis zur Wirtschaftskrise erlebte der Walliser Tourismus einige fette Jahre; so nahm die Zahl der Übernachtungen seit 1996 um mehr als ein Fünftel zu. Falls sich das Wallis dem verschärften Konkurrenzkampf unter alpinen Touristenmagneten nicht stellt, drohen jedoch magere Jahre. Das Tourismusgesetz von 1996 genügt den heutigen Anforderungen nicht mehr. Darüber ist man sich weitgehend einig. Doch weil so viele Interessen tangiert werden, dauerte es sieben Jahre, bis Regierung und Parlament ein neues Gesetz zustande brachten. Es enthält zwei wesentliche Neuerungen:
Heute betreuen im Wallis 120 Verkehrsvereine und örtliche Tourismusbüros die Gäste und werben für die eigene Station. In Zukunft sollen sechs bis zehn Tourismusregionen mit mehr Professionalität und mehr Mitteln Touristen aus dem In- und Ausland ins Wallis locken. Kleine Ferienorte sollen sich um mindestens eine international bekannte Tourismusstation scharen. Eine Tourismusregion müsste mindestens 700'000 Logiernächte und ein Jahresbudget von 5 Millionen oder mehr Franken aufweisen.
Heute finanzieren sich die Tourismusorganisationen hauptsächlich aus Kur- und Beherbergungstaxen, die pro Übernachtung und Gast zu bezahlen sind. Künftig müssen Hoteliers und andere Vermieter von Unterkünften sowie die Besitzer von Zweitwohnungen eine touristische Beherbergungsabgabe entrichten, die sich nach der Bruttogeschossfläche der Unterkunft bemisst. Gemeinden dürfen laut Gesetz zusätzlich eine Tourismusförderungsabgabe und/oder eine Lenkungsabgabe auf Zweitwohnungen erheben.
Quelle: Tagesanzeiger, 25.11.2009


Netzwerkplattform der