Bündner Käsereien laufen Sturm
Seit rund zehn Jahren versuchen die Verantwortlichen der Sortenorganisation Bündner Käse (SOBK) die Marke «Bündner Bergkäse» als geschützte Ursprungsbezeichnung GUB/AOC zu schützen. Dieser Markenschutz soll beim Bundesamt in Bern eingetragen werden. Um die Bezeichnung verwenden zu dürfen, muss Bündner Bergkäse nach einem 50-jährigen Herstellungsrezept produziert sein. Von der heutigen jährlichen Bündner Bergkäsemenge mit zirka 1800 Tonnen erfüllen lediglich 300 bis 400 Tonnen diese Bedingungen. Der grosse Rest von über 1 400 Tonnen nicht und darf deshalb das Wort «Bergkäse» nicht mehr verwenden. Münstertaler Bergkäse, Engadiner Bergkäse, Davoser Bergkäse und der weit verbreitete Savogniner Bergkäse würde es in dieser Wortkombination nicht mehr geben.
Am 23.10.2009 wurden die Vertreter der Betriebe Münstertal, Bever, Davos und Savognin von der Sortenorganisation für Bündner Käse, vom Amt für Landwirtschaft und Geoinformationen sowie vom Kantonalen Lebensmittelinspektorat aufgeklärt. Das Wort «Bergkäse » in Graubünden darf nur noch für AOC-Bergkäse verwendet werden. Alle anderen Käsesorten müssen sich von jeglichen Identifikationen mit dem Bündnerland distanzieren respektive werden verboten. Die direktbetroffenen Käser sind entsetzt. Sie finden es unglaublich, dass die Sortenorganisation am Markenschutz festhalten will, mit dem Wissen, dass sie damit die Bündner Milch- und Käseproduktion gefährden. Trotz diesen fatalen Auswirkungen soll am 28. Oktober an der ausserordentlichen Generalversammlung der Sortenorganisation Bündner Käse das AOC-Pflichtenheft beschlossen werden.
Quelle: suedostschweiz.ch, 26.10.2009


Netzwerkplattform der