Napfmilch AG ersucht um Nachlassstundung

21.02.2008 - (lid) - Die Napfmilch AG in Hergiswil LU hat um Nachlassstundung ersucht. Ein Vorzeigeprojekt für die Selbsthilfe von Bauern droht damit zu scheitern. Die Führung des Unternehmens setzt ihre Hoffnung auf einen Überbrückungskredit.

Probleme aus der Vergangenheit hätten zu den finanziellen Schwierigkeiten geführt. Mit dem Wechsel der Geschäftsführung im Herbst 2007 seien zwar anstehende Probleme bei Produktion, Qualitätssicherung und Controlling nachhaltig gelöst worden. Finanziell habe sich das Unternehmen jedoch nicht erholt. Die Firmenführung hofft nun, "dass eine Nachlassstundung bewilligt wird und Finanzierungspartner einen Überbrückungskredit gewähren, damit der Betrieb in geeigneter Form weitergeführt werden kann".

Die Napfmilch AG beschäftigt 15 Mitarbeiter und war bisher ein Vorzeigeprojekt für bäuerliche Selbsthilfe. Landwirte aus der Gemeinde Hergiswil und weitere Aktionäre schlossen sich 1998 zusammen. Gemeinsam wollten sie Frischkäse, Joghurt und Frischmilchprodukte vermarkten. Seit der Produktionsaufnahme im Jahr 1999 wurden jährlich rund 2,5 Millionen Kilogramm Milch, davon 70 Prozent Biomilch, verarbeitet. Die Produkte wurden mit Erfolg unter anderem an Coop verkauft. Den höchsten Umsatz erzielte Napfmilch 2005 mit 5,6 Mio. Franken; 2007 waren es noch 4,5 Mio. Franken.

Die Selbsthilfe stiess auf grosse Resonanz. Sie erhielt mehrere Preise, unter anderem den Agropreis des Bauernverbandes und eine Auszeichnung der Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete.
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