Im Goms fehlt das Geld
Jetzt ist es definitiv: Goms Tourismus wird Ende Juni aufgelöst. Bellwald, Fiesch, Ernen und Obergoms wollen nur noch projektbezogen zusammenarbeiten. Der Entscheid ist sehr deutlich ausgefallen: Die Delegierten von Goms Tourismus haben letzteWoche mit 20:4 Stimmen beschlossen, die Tourismusorganisation per Ende Juni aufzulösen. Francesco Walter, Interimspräsident von Goms Tourismus, bedauert den Entscheid, räumt aber gleichzeitig ein: «So wie bisher konnte es nicht weitergehen.» Auslöser waren die knappen finanziellen Mittel. Die vier angeschlossenen Gäste-Center Bellwald, Fiesch, Ernen und Obergoms entwickelten sich zunehmend in verschiedene Richtungen. Fiesch beschloss, seine finanziellen Mittel lieber in die Aletsch-Arena zu stecken, die das gemeinsame Skigebiet Riederalp, Bettmeralp und Fiesch Eggishorn vermarktet. Bellwald will ebenfalls den alpinen Sport ins Zentrum rücken, dort zeichnet sich aber ein Alleingang ab. Ernen und das Binntal erhoffen sich viel vom Regionalen Naturpark und setzen auf eine Kooperation mit dem Netzwerk «Schweizer Pärke». Und das Obergoms will sich auch gegenüber der Gotthardregion öffnen. «Wir möchten unsere Gelder einfach zielgerichteter einsetzen», sagt Roberto Imoberdorf, Vorstandspräsident des Gäste-Centers Obergoms. «Im Winter treten wir als Loipe Goms auf. Im Sommer möchten wir eine Kooperation mit Andermatt und der Gotthard-Region eingehen», so Imoberdorf. Das hat einen aktuellen Grund. «Im August wird der letzte Teil der wieder instand gestellten Furka- Bergstrecke eingeweiht. Ab diesem Zeitpunkt kann die Strecke Oberwald– Realp wieder durchgehend mit einer Dampfbahn befahren werden.» Wichtig ist Roberto Imoberdorf auch festzuhalten, dass die vier Gäste-Center gewisse Bereiche auch künftig zusammen abwickeln. «Wir betreiben das Reservationssystem und die Medienarbeit weiterhin gemeinsam. Auch die Unterkunftsbroschüre bleibt bestehen.» Auch wenn die Gäste-Center vermehrt eigene Wege gehen, wären die Exponenten einer übergeordneten Vermarktung eigentlich nicht abgeneigt. «Goms Tourismus hat die nötige Grösse einfach nicht erreicht. Eine Vermarktungsgesellschaft für die ganze Region Brig-Aletsch-Goms könnte ich mir durchaus vorstellen», betont Roberto Imoberdorf. Francesco Walter sieht es gleich: «Wenn man sieht, wie viele Perlen auf so engem Raum vorhanden sind, müsste man das geballt vermarkten.» Mit Aletsch Marketing gab es bereits eine solche Dachorganisation. Sie wurde aber 2005 von prominenten Gegnern wie Art Furrer und Peter Bodenmann zu Fall gebracht.
Quelle: htr hotelrevue, 29.04.2010


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